Während am 14. Februar beim "Tag der Ehre" tausende Rechtsextreme und Neonazis durch Budapest marschierten, wurden heuer alle Gegenproteste und selbst Gedenkveranstaltungen am selben Tag verboten. So konnten die Rechten ungestört den Ausbruchsversuch von Waffen-SS und Soldaten des ungarischen Pfeilkreuzler-Regimes im Jahr 1945 mit einer Wanderung feiern. Als der STANDARD die Teilnehmer vor Ort ansprach, erzählten sie, sie wollten den "Helden" gedenken, die die "Freiheit" gegen die Rote Armee verteidigten. Auf den Holocaust und die hunderttausenden ermordeten ungarischen Juden und Jüdinnen sowie Sinti und Roma angesprochen, reagieren die meisten ausweichend. "Es geht hier nicht um die Juden", meinen gleich mehrere der Wanderer. <br /><br />Auch Mitglieder der österreichischen und deutschen rechtsextremen Szenen nahmen erneut an der Wanderung teil. Gleich mehrere junge Männer trugen das Emblem des "Dritten Wegs", einer neonazistischen Kleinpartei aus Deutschland. Beim "Tag der Ehre" konnten erneut Hakenkreuze und SS-Runen, die in Österreich etwa unter das Verbotsgesetz fallen, offen getragen werden. Später gab es Shirts mit SS-Runen bei einem Checkpoint der Wanderung zu sehen, bei einem weiteren posierten Personen mit einer, an einem Baum befestigten, Hakenkreuzfahne.