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"Der Wald war unser Schutz, unsere Heimat", sagt Ursula Dorn.<br />Sie ist eines von etwa 20.000 "Wolfskindern",<br />die vor der Hungersnot und den Rache- und Gewaltexzessen sowjetischer Soldaten aus Königsberg in die litauischen oder polnischen Wälder fliehen.<br />Ursula versteckt sich in Litauen, bettelt um Milch und Brot bei Bauern oder verdingt sich als illegale Arbeiterin.<br />Das Grauen beginnt aber bereits lange vorher: Ursula wird am 19. April 1935 geboren<br />und wächst während der NS-Herrschaft im ostpreußischen Königsberg auf: als Arbeiterkind auf dem Schleppkahn ihrer Großeltern.<br /><br />Gleich zu Kriegsbeginn 1939 muss ihr Vater Fritz Buttgereit an die Front.<br />Dass er 1946 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft stirbt, erfährt sie erst Jahrzehnte später.<br />Auch von all den Verbrechen, die Deutschland unter dem Hakenkreuz begeht, bekommt Ursula nur wenig mit.<br />Ihre Kindheit findet in Bombenkellern statt.<br />Dort harrt sie während der Luftangriffe der Alliierten gemeinsam mit ihren kleinen Geschwistern Tage und Nächte aus.<br /><br />Ihr Leben ist geprägt von Todesangst und ständigem Hunger.<br />Als die Rote Armee Anfang April 1945 die Stadt einnimmt,<br />wird das Mädchen mit anderen deutschen Kindern und Frauen als "Kriegsbeute" auf einen Todesmarsch geschickt.<br />Die Frauen werden systematisch und tagtäglich vor den Augen der Kinder vergewaltigt.<br />Hunger quält die Überlebenden.<br />Ursula schlachtet in ihrer Verzweiflung einen Hund, um ihn zu kochen.<br />Krank und verlaust bettelt sie die russischen Soldaten um Essen an.<br />Als die inzwischen Zehnjährige selbst kurz vor dem Hungertod steht,<br />steigt sie eines Tages in einen sowjetischen Beutezug und fährt ins Nirgendwo.<br />Sie landet schließlich im litauischen Kaunas, wo sie sich als Wolfskind im Wald versteckt.<br /><br />Ursula Dorn hat lange geschwiegen und ihre Geschichte für sich behalten.<br />In diesem Film berichtet sie schonungslos von den Traumata ihrer Kindheit,<br />von ihrer späteren Flucht aus der DDR und von dem grenzenlosen Leid, das Kinder in Kriegen erfahren müssen.
"Der Wald war unser Schutz, unsere Heimat", sagt Ursula Dorn.<br />Sie ist eines von etwa 20.000 "Wolfskindern",<br />die vor der Hungersnot und den Rache- und Gewaltexzessen sowjetischer Soldaten aus Königsberg in die litauischen oder polnischen Wälder fliehen.<br />Ursula versteckt sich in Litauen, bettelt um Milch und Brot bei Bauern oder verdingt sich als illegale Arbeiterin.<br />Das Grauen beginnt aber bereits lange vorher: Ursula wird am 19. April 1935 geboren<br />und wächst während der NS-Herrschaft im ostpreußischen Königsberg auf: als Arbeiterkind auf dem Schleppkahn ihrer Großeltern.<br /><br />Gleich zu Kriegsbeginn 1939 muss ihr Vater Fritz Buttgereit an die Front.<br />Dass er 1946 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft stirbt, erfährt sie erst Jahrzehnte später.<br />Auch von all den Verbrechen, die Deutschland unter dem Hakenkreuz begeht, bekommt Ursula nur wenig mit.<br />Ihre Kindheit findet in Bombenkellern statt.<br />Dort harrt sie während der Luftangriffe der Alliierten gemeinsam mit ihren kleinen Geschwistern Tage und Nächte aus.<br /><br />Ihr Leben ist geprägt von Todesangst und ständigem Hunger.<br />Als die Rote Armee Anfang April 1945 die Stadt einnimmt,<br />wird das Mädchen mit anderen deutschen Kindern und Frauen als "Kriegsbeute" auf einen Todesmarsch geschickt.<br />Die Frauen werden systematisch und tagtäglich vor den Augen der Kinder vergewaltigt.<br />Hunger quält die Überlebenden.<br />Ursula schlachtet in ihrer Verzweiflung einen Hund, um ihn zu kochen.<br />Krank und verlaust bettelt sie die russischen Soldaten um Essen an.<br />Als die inzwischen Zehnjährige selbst kurz vor dem Hungertod steht,<br />steigt sie eines Tages in einen sowjetischen Beutezug und fährt ins Nirgendwo.<br />Sie landet schließlich im litauischen Kaunas, wo sie sich als Wolfskind im Wald versteckt.<br /><br />Ursula Dorn hat lange geschwiegen und ihre Geschichte für sich behalten.<br />In diesem Film berichtet sie schonungslos von den Traumata ihrer Kindheit,<br />von ihrer späteren Flucht aus der DDR und von dem grenzenlosen Leid, das Kinder in Kriegen erfahren müssen.