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Mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrer legendären Ohrfeige gegen den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger,<br />gibt die deutsch-französische Nazijägerin Beate Klarsfeld in diesem exklusiven Interview<br />und mit selten gesehenem Archivmaterial tiefe Einblicke in ihren jahrzehntelangen Kampf gegen die Verdrängung.<br /><br />Gemeinsam mit ihrem Mann Serge Klarsfeld, selbst Überlebender der Shoah,<br />Anwalt und Historiker, ging Beate Klarsfeld seit den 1960er Jahren auf die Suche nach NS-Tätern,<br />die nach 1945 unbehelligt Karriere machen konnten.<br />Darunter Kurt Lischka, Herbert Hagen oder Ernst Heinrichsohn.<br />Letzterer war als einstiger SS-Mann direkt an Deportationen französischer Juden beteiligt gewesen,<br />konnte aber zwischen 1960 und 1980 problemlos CSU-Bürgermeister einer bayerischen Gemeinde werden.<br /><br />Auch im Ausland konnten Karrieren fortgesetzt werden.<br />Wie etwa die von Klaus Barbie, der einstige Folterspezialist der SS mit Beinamen "Der Schlächter von Lyon".<br />Er und andere lebten als Mitarbeiter vom US-Geheimdienst<br />und auch unterstützt vom deutschen Außennachrichtendienst im Kampf gegen den Kommunismus in Südamerika.<br />Das Nazijäger-Ehepaar Klarsfeld weigerte sich, zur Tagesordnung überzugehen.<br />Sie machte es sich zur Lebensaufgabe, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.<br /><br />Ein zentraler Moment in Beate Klarsfelds Kampf gegen das Vergessen war ihre spektakuläre Ohrfeige gegen Bundeskanzler Kiesinger am 7. November 1968.<br />Kiesinger, der während der NS-Zeit als Mitglied der NSDAP und im Auswärtigen Amt tätig gewesen war,<br />stand für sie exemplarisch für die fehlende Aufarbeitung und die Verdrängung der NS-Vergangenheit in der jungen Bundesrepublik.<br /><br />"Zeugin der Zeit: Beate Klarsfeld - Die Nazijägerin" ist mehr als ein historisches Porträt.<br />Es ist eine Erinnerung an den Wert des Widerstands gegen Ungerechtigkeit,<br />eine Hommage an den Mut zur Unbequemlichkeit und ein Aufruf, Verantwortung zu übernehmen - auch wenn die Mehrheit schweigt. (16.11.2025)
Mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrer legendären Ohrfeige gegen den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger,<br />gibt die deutsch-französische Nazijägerin Beate Klarsfeld in diesem exklusiven Interview<br />und mit selten gesehenem Archivmaterial tiefe Einblicke in ihren jahrzehntelangen Kampf gegen die Verdrängung.<br /><br />Gemeinsam mit ihrem Mann Serge Klarsfeld, selbst Überlebender der Shoah,<br />Anwalt und Historiker, ging Beate Klarsfeld seit den 1960er Jahren auf die Suche nach NS-Tätern,<br />die nach 1945 unbehelligt Karriere machen konnten.<br />Darunter Kurt Lischka, Herbert Hagen oder Ernst Heinrichsohn.<br />Letzterer war als einstiger SS-Mann direkt an Deportationen französischer Juden beteiligt gewesen,<br />konnte aber zwischen 1960 und 1980 problemlos CSU-Bürgermeister einer bayerischen Gemeinde werden.<br /><br />Auch im Ausland konnten Karrieren fortgesetzt werden.<br />Wie etwa die von Klaus Barbie, der einstige Folterspezialist der SS mit Beinamen "Der Schlächter von Lyon".<br />Er und andere lebten als Mitarbeiter vom US-Geheimdienst<br />und auch unterstützt vom deutschen Außennachrichtendienst im Kampf gegen den Kommunismus in Südamerika.<br />Das Nazijäger-Ehepaar Klarsfeld weigerte sich, zur Tagesordnung überzugehen.<br />Sie machte es sich zur Lebensaufgabe, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.<br /><br />Ein zentraler Moment in Beate Klarsfelds Kampf gegen das Vergessen war ihre spektakuläre Ohrfeige gegen Bundeskanzler Kiesinger am 7. November 1968.<br />Kiesinger, der während der NS-Zeit als Mitglied der NSDAP und im Auswärtigen Amt tätig gewesen war,<br />stand für sie exemplarisch für die fehlende Aufarbeitung und die Verdrängung der NS-Vergangenheit in der jungen Bundesrepublik.<br /><br />"Zeugin der Zeit: Beate Klarsfeld - Die Nazijägerin" ist mehr als ein historisches Porträt.<br />Es ist eine Erinnerung an den Wert des Widerstands gegen Ungerechtigkeit,<br />eine Hommage an den Mut zur Unbequemlichkeit und ein Aufruf, Verantwortung zu übernehmen - auch wenn die Mehrheit schweigt. (16.11.2025)