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Bis zu 80 Prozent der syrischen Geflüchteten sollen in den nächsten drei Jahren Deutschland verlassen. Das möchte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz vorantreiben. Syrien sei inzwischen sicher genug für eine Rückkehr, sagte er. Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, appellierte im November vergangenen Jahres an eine "patriotische Pflicht" der in Deutschland lebenden Syrer. "Stellen Sie sich vor, Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in den Trümmern, wenn die Großväter und Großmütter unser Land nicht wieder aufgebaut hätten? Wie sähe es heute aus? Ich halte es für eine patriotische Pflicht, dass man seine Heimat wieder aufbaut, dass man dort mithilft. Und das gilt auch für die syrischen Flüchtlinge hier im Land. Natürlich sollen sie zu Hause mithelfen."<br /><br />Auch in Österreich wird diese Debatte lauter. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Bashar al-Assad sind laut dem Innenministerium bereits mehr als 1.100 syrische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger freiwillig zurückgekehrt. Wer diesen Schritt geht, erhält von der Regierung bis zu 1.000 Euro Unterstützung, Familien maximal 3.000 Euro. "Die eigenständige Rückkehr hat oberste Priorität, weil sie die mit Abstand kostengünstigste Lösung für die Republik Österreich ist – wesentlich kostengünstiger als jede Form der zwangsweisen Außerlandesbringung", so das Innenministerium auf STANDARD-Anfrage. 2025 seien 120 Syrer aus Österreich abgeschoben worden, 2026 bislang 11. Das Ministerium beschreibt die aktuelle Situation in Syrien als "dynamisch und von Gegensätzen geprägt."<br /><br />Es stellt sich die Frage, was das genau bedeutet. Wie sicher ist das Leben dort? Und welche Perspektiven haben syrische Menschen in ihrer alten Heimat? DER STANDARD war in der syrischen Hauptstadt Damaskus und hat mit Menschen gesprochen, die den Wiederaufbau wagen.