Geschlossene Gesellschaft ist ein Gegenwartsfilm des Fernsehens der DDR aus dem Jahr 1978, der von einer Ehekrise handelt. Sowohl die Autoren (Frank Beyer, Klaus Poche) als auch die Hauptdarsteller (Jutta Hoffmann, Armin Mueller-Stahl) hatten zwei Jahre zuvor die Petition gegen die Biermann-Ausbürgerung mitunterzeichnet, wodurch sie noch immer beruflich eingeschränkt wurden. Zusätzlich dem Vorwurf der Gesellschaftskritik ausgesetzt, wurde der Film am Tag nach seiner – gezielt sabotierten – Erstausstrahlung verboten und erst wieder mit Beginn der Wende gezeigt.<br /><br />Inhalt<br />Das Berliner Ehepaar Ellen und Robert – sie Jugendhelferin, er Ingenieur – verreist mit ihrem fünfjährigen Sohn Nicky außerhalb der Urlaubssaison in ein abgelegenes, frisch renoviertes Landhaus. Zwei befreundete Paare wollen sich hinzugesellen. Doch das eine sagt berufsbedingt per Telegramm ab, das andere landet nach einem Verkehrsunfall im Krankenhaus. Robert, besorgt um ihr Befinden, trifft dort auf seinen nur leicht verletzten Freund Alf, der ihm ungeniert gesteht, er bedaure, nun den Urlaub nicht nutzen zu können, um Ellen zu „vögeln“; schließlich werde sie im Ehebett nicht gerade „verwöhnt“. Überraschend zeigt sich Ellen von Alfs Vorsatz keineswegs peinlich berührt, was wiederum Robert scheinbar nicht weiter tragisch nimmt.<br /><br />Der Schein trügt. Vom ersten Abend an tun sich Risse auf, die dadurch, dass das Paar unfreiwillig mit sich allein ist, umso mehr vertieft werden. Robert hatte bis dahin stets für Gesellschaft gesorgt – und Ellen eingeredet, sie verlange danach. Der rasch eskalierende Streit enthüllt jedoch, dass er damit von seinem Problem ablenken wollte: Er steckt in einer tiefen Krise, die er aus Scham verbirgt. Für einen Moment überwindet er sie und gesteht Ellen gleich zwei Lebenslügen: Seine noch jüngst behaupteten „gelungenen Experimente“ mit Einsparungspotenzial in Millionenhöhe gebe es schon längst nicht mehr, er sei beruflich ausgebrannt; und als Verunsicherung ob seiner „Männlichkeit“ hinzukam, sei er fremdgegangen.